Aktuelle Seite: StartServiceNicht kategorisiertDas dritte Gymnasium kommt

 

Das mehr als dreijährige politische Ringen um ein drittes Gymnasium ist damit erfolgreich abgeschlossen – pünktlich zum 40. Geburtstag des Landkreises Aichach-Friedberg, pünktlich zum 100. Jahrestag der Erhebung von Mering zum Markt und pünktlich zum zweiten Geburtstag der Tochter von Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler, der so gleich mehrfach Grund zur Freude hatte.

Strahlende Gesichter gab es aber auch bei Landrat Christian Knauer, der die gute Nachricht beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Landkreises am Abend gleich verkündete (siehe Artikel oben), sowie bei Landtagsabgeordnetem Reinhard Pachner und CSU-Kreisvorsitzendem Peter Tomaschko. Sie alle haben in den vergangenen Jahren in München und im Landkreis kräftig für die Schule geworben, Minister und Staatssekretäre immer wieder eingeladen und alles „generalstabsmäßig“ geplant (Knauer).

Franz Josef Pschierer bestätigte denn auch, dass die Politiker aus dem Landkreis mit guten Argumenten einmütig über die Parteigrenzen hinweg und vor allem fair aufgetreten seien. Der Staatssekretär selbst hatte auch einiges zu erklären, gibt es doch eine Pressemitteilung aus seinem Haus, in der er nach der Genehmigung des neuen Gymnasiums in Diedorf und der neuen Realschule in Affing-Bergen erklärt hatte, dass die Region Augsburg keine weiterführenden Schulen mehr benötige. Dass es nun anders kommt, sei eine bewusste politische Entscheidung, mit der die gesamte Region gestärkt werde – die nüchternen Zahlen hätten eine andere Sprache gesprochen.

Pschierer glaubt aber, dass die gesamte Schullandschaft durch das dritte Gymnasium, dessen Kosten auf 25 Millionen Euro geschätzt werden, gestärkt wird. Die überfüllten Augsburger Gymnasien werden entlastet und Schüler aus dem Landkreis-Süden müssten nicht mehr in die Stadt pendeln – im Moment sind das etwa 700. Aber auch der Westen des Landkreises Fürstenfeldbruck und sogar der Norden des Landkreises Landsberg/Lech würden profitieren – nicht zuletzt durch die Ausrichtung der Schule, die unter anderem einen wirtschaftswissenschaftlichen Zweig bekommt. Wichtig für die Entscheidung war aber auch, dass Mering an der Schnittstelle der Großräume München und Augsburg in einer Wachstumsregion liegt, die auch in Zukunft mit Zuzug rechnen darf. Und, so der Staatssekretär: „Wirtschaftskraft und Bildungschancen hängen eng zusammen.“

Wichtig war aber auch die Einigung zwischen Mering, Kissing und Merching. Bekanntlich kommt das Gymnasium in die ehemalige Meringer Hauptschule. So können die Schulen in Merching und Kissing durch die Schüler aus Mering auch in Zukunft gesichert werden. „Mit der Entscheidung für Mering stabilisieren wir auch die anderen beiden Schulen“, sagte Pschierer. Auch Augsburgs OB Kurt Gribl und Landrat Martin Sailer (Landkreis Augsburg) begrüßen die Schule.

(Berndt Herrmann, 13.07.12)

http://www.aichacher-zeitung.de/vorort/aichach/art18,54309

 

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